Gemeinschaft Layenhof

Von Samstag, den 30. März bis zum Dienstag, den 2. April

Ein paar Tage durften wir bei Clara, Michael und ihren zwei Töchtern in der Gemeinschaft Layenhof in Mainz verbringen. Da erkunden wir unsere erste Gemeinschaft. Das ist alles sehr spannend!

Die Gemeinschaft Layenhof wurde 1994 gegründet, mit dem Ideal eines multikulturellen, integrativen und intergenerationnellen Gemeinschaftslebens. Zwei große Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 32 Wohnungen, 3-,4- und 5-Zimmer Wohnungen von 60 bis 100 qm. Vier Wohnungen sind von einem Verein Haushalten mit Behinderung zu Verfügung gestellt, eine in jedem Haus.

So haben wir den Alltag ein paar Tage lang vor Ort erlebt: Die Kinder gehen nach draußen, wann sie wollen, gehen um die Ecke nach hinten auf den großen Spielplatz, wo sich viele Kinder treffen, frei spielen, schaukel, klettern… Die Erwachsene beobachten von Weitem, entweder beim Kochen oder in der Wohnung beschäftigt, oder beim Kaffeetrinken oder Essen und Plaudern auf der Grünfläche zwischen Häusern und Spielplatz. Denn sobald die Sonne rauskommt, kommen einige mit Salat und Auflauf, Kaffee und Kuchen, nach draußen und teilen sich das Essen. Es ist einfach so gemütlich! Genauso stellen wir uns zum Teil mit Pascal und den Kindern in Magny vor!

Nur: In den drei Tagen, wo wir da waren, haben wir von den 120 Personen eigentlich immer dieselben Gesichter zur Sicht bekommen und mit denselben 10 bis 12 Leuten gesprochen. Die Gespräche waren sehr offen und ehrlich, die Meinungen manchmal sehr unterschiedlich, was das Zuhören sehr spannend gemacht hat. Von mehreren haben wir gehört, dass die Gemeinschaft irgendwie eingeschlafen sei. Schade eigentlich. Einige Gründe dafür? Der Gemeinschaftsraum, im Keller, sieht aber nicht sehr einladend aus, ist eher zu klein für alle, und es gibt nur einen! Nur wenig Initiative für die ganze Gemeinschaft oder gemeinsame Aktivitäten (außer des Chors). Solange das Wetter nicht gut genug ist, heißt das also jeder bei sich! Natürlich haben sich kleine Gruppierungen gebildet, je nach Charakter und Interessen, so dass das Gemeinschaftsleben in kleineren Kreisen unter den Interessierten doch stattfindet. Aber was ist mit den anderen? Haben sie wirklich kein Interesse daran? Haben sie so schnell ihre Träume aufgegeben, dass sie sich schließlich lieber zurückziehen? Haben sie nur eine billige große Wohnung in netter Nachbarschaft gesucht, als sie da ankamen? Kann alles sein… Denn es wird für die Gemeinschaft nicht groß Werbung gemacht und seit einiger Zeit kommen neue Haushalte dazu, die nicht unbedingt das Gemeinschaftsgefühl suchen. Das große Ideal der Gründung hat sich verloren.

Es sieht so aus, als wäre der Konsens die beste Entscheidungsmöglichkeit bei so einer riesigen Gemeinschaft, denn sie nimmt schon viel Zeit in Anspruch, um dann auch noch jede Meinung und sogar Vetos zu berücksichtigen. Aber durch die Zwei-Drittel-Mehrheit fühlen sich einige nicht beachtet. Einige haben sich nicht genug willkommen gefühlt und sprechen von Machtspielen, die sie bedauern, haben deswegen keine große Lust, sich intensiver einzubringen.

Das Gemeinschaftliche ist also vielleicht nicht optimal und intensiv genug, vielleicht fehlt es auch an Einheit und alle ziehen nicht an demselben Strang. Trotzdem ist das Lebensgefühl positiv! Und es ist für Kinder eine große Chance, in so einem Umfeld großwerden zu dürfen!

Das kurze Eintauchen in das Leben am Layenhof bestätigt uns aber in mehreren Punkten:

  • Wir wünschen uns viele unterschiedliche Gemeinschaftsräume, davon mindestens einen, der groß genug für alle ist und auch einladend, möglichst zentral.
  • Wir hätten gerne eine nicht zu große Gruppe, damit die Inklusion von allen gelingen kann und die Gruppe einheitlich bleibt, selbst mit unterschiedlichen Sichtpunkten, damit jeder berücksichtigt werden kann.
  • Wir möchten unsere Arbeit bezüglich der Lenkung fortsetzen, unsere Entscheidungen weiter mit Konsent (vs Konsens) treffen.
  • Gut, dass das Schloss bald Eigentum unserer Gesellschaft ist!
  • Das Projekt wird nicht immer glatt laufen, aber was für eine Bereicherung! Für Kleinen besonders aber auch für Großen!

Auf jeden Fall fahren wir morgen reicher. Wunderbare Begegnungen mit herzlichen Menschen, viele Impulse für weitere Überlegungen…

3 réflexions sur “Gemeinschaft Layenhof

  1. Ihr Lieben!
    Ich denke oft an Euch – und heute fiel mir dann ein, daß ich ja einfach hier nachlesen kann! 🙂 Schön zu wissen, wo Ihr gerade seid! Nur am ersten Tag hätte ich eine andere Hose angezogen, wenn ich gewußt hätte, daß ein Bild gemacht wird … 😉

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